Einmal im Jahr setze ich mich mit Oliver Wittmers zusammen, um ein freies Projekt zu realisieren. Der Fokus liegt dabei immer auf der Leidenschaft für das Mountainbiken. Diesmal in einer besonderen Umgebung: mitten im Wald, kombiniert mit technischem Equipment, das man dort normalerweise nicht vermuten würde. Das Schöne bei einer freien Arbeit: man kann tun und lassen, was man will. Es gibt kein Budget, kein Zeitdruck und keine Erwartungshaltung. Einfach nur kreatives Arbeiten und Ausprobieren.
1. Die Idee: Licht und Atmosphäre
Das Ziel war es, weg von der klassischen Dokumentation und hin zu einer filmischen, fast dramatischen Inszenierung zu kommen. Um den Wald in eine mystische Kulisse zu verwandeln, haben wir eine 1500W Nebelmaschine eingesetzt. Die Kombination aus Nebel und den Lichtakzenten durch Laser und LED-Stäbe sollte die Dynamik der Biker in den Vordergrund heben. So der Plan.
2. Technische Herausforderungen vor Ort
Ein solches Projekt erfordert logistisches Fingerspitzengefühl. Mitten im Wald ist Strom keine Selbstverständlichkeit. Um die Nebelmaschine und die Beleuchtung zu betreiben, haben wir eine mobile 4000Wh-Powerstation verwendet. Dies ermöglichte uns eine volle kreative Freiheit bei der Lichtsetzung, ohne auf die Nähe zu Infrastruktur angewiesen zu sein. Es gab nur ein Problem. Die LED Stäbe und den Laser hat man bei Tageslicht kaum gesehen. Daher haben wir uns an der ersten Location davon verabschiedet. Manchmal muss man erkennen, wenn etwas nicht klappt und sich dann nicht zu lange damit aufhalten.
3. Der kreative Prozess in der Praxis
Die Zusammenarbeit mit Oliver und zwei weiteren exzellenten Fahrern ermöglichte es mir, über die Standard-Sportfotografie
hinauszugehen. In diesem Set haben wir mit verschiedenen Belichtungszeiten und Licht-Setups experimentiert, um die Action-Momente atmosphärisch einzubetten.
Mal mit einem Blitz, der an einer Drohne befestigt war, mal mit vorhandenem Licht und mal klassisch von der Seite ausgeleuchtet. Bei freien Arbeiten hat man hierfür Zeit. Die entstandenen Bilder zeigen eindrucksvoll, wie der Nebel die Tiefe des Waldes bricht und den Fokus auf den Sportler lenkt.
4. Einblicke in das Shooting
Ein paar Tage vor dem Shooting habe ich die Location begutachtet. So wussten wir am Tag des Shootings genau, wo wir hinmussten, was getan werden musste und wie wir die Szene aufnehmen. So entstanden abwechslungsreiche Bilder, die eine tolle Serie ergeben. Jedes dieser Bilder erzählt einen kleinen Teil der Geschichte unseres Tages im Wald.
Mit einem Bollerwagen haben wir die schwere Technik von oben nach unten transportiert. Tragen wäre nicht möglich gewesen. An jedem Spot hat es dann eine Weile gedauert, bis Nebel, Licht und Fahrer perfekt zusammengepasst haben und als wir fertig waren, hatte die Powerstation noch genau 1 % Akku. Das Wetter hat mitgespielt, der Wind war nicht zu stark und niemand hat sich verletzt. Ein perfekter Tag.
Fazit
Freie Projekte wie dieses sind essenziell für meine Arbeit als Fotograf. Sie geben mir den Freiraum, neue technische Setups – wie die Kombination aus Nebelmaschine und mobiler Stromversorgung – unter realen Bedingungen zu testen. Es geht darum, die gewohnte Perspektive zu verlassen und Bilder zu erschaffen, die durch Atmosphäre und spannendes Licht bestechen. Diese Projekte zeigen was möglich ist, machen eine Menge Spaß und helfen sich weiterzuentwickeln. Auch wenn die Idee nicht zu 100 % aufging, habe ich doch viel gelernt und bin mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Freie Arbeit: Bäume, Nebel und eine Menge Action

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