Leica LUX - App vs. Kamera

KI
Normalerweise reise ich nicht ohne meine analoge Kamera. Sie gehört für mich genauso zum Urlaub wie Sonnencreme im Sommer oder das Snowboard im Winter. Diesmal, in unserem Dänemark Urlaub, wollte ich es aber wissen: Wie fühlt es sich an, wenn ich nur mit dem iPhone unterwegs bin – und statt der Kamera die Leica LUX App nutze?

Leica Feeling auf dem Smartphone?

Die App verspricht viel: Leica-typische Farblooks, Schwarzweiß-Profile, simulierte Objektive wie Summilux oder Noctilux und die Möglichkeit, RAW/DNG aufzunehmen. Kurz gesagt – den Leica-Look für die Hosentasche.

Das kann man eingeschränkt für ein paar Fotos kostenlos nutzen, danach muss man in ein monatliches oder billigeres, jährliches Abo wechseln. 

Das Setup ist denkbar einfach: iPhone in die Hand, App starten, und schon wirkt das Interface fast wie eine „kleine M“. Man kann komplett manuell arbeiten oder alles der Automatik überlassen.

Mein Eindruck im Urlaub

Die Bilder, die ich mitgebracht habe, sprechen für sich. Besonders die Schwarzweiß-Optionen haben mich überrascht – sie erinnern stark an den analogen Leica-Charakter, den ich so liebe. Kontraste, Körnung, Stimmung: Man spürt, dass Leica hier mehr als nur einen Filter abliefert.

Ein spannender Punkt: Die Unschärfe.

Bei einer echten Leica entsteht sie durch die Wahl einer großen Blendenöffnung und die charakteristische Optik der Linse. In der App dagegen wird sie per Software erzeugt – sprich: das iPhone berechnet das Bokeh.

Und auch wenn man weiß, dass es „nur“ eine Simulation ist, muss man sagen: Leica hat das ziemlich gut gelöst. Gerade in Porträts oder Szenen mit klaren Vorder- und Hintergründen wirkt die Unschärfe sehr organisch.

Vorteile der App

Atmosphäre: Gerade in den Dünen, am Meer oder bei wechselndem Licht war der Look stimmig und stimmungsvoll.

Flexibilität: RAW-Dateien geben Luft für Nachbearbeitung, die Looks inspirieren schon beim Fotografieren.

Bedienung: Die App ist selbsterklärend, gut strukturiert und einfach in der Handhabung.

Spontanität: Kein schwerer Kamerarucksack, kein Film einlegen, kein Objektivwechsel – nur das iPhone in der Hosentasche.

Nachteile der App

Qualität: Bei schwachem Licht stößt das iPhone schnell an seine Grenzen. Wer absolute Bildqualität erwartet, wird nach wie vor zur echten Kamera greifen.

Look: Der simulierte „Leica-Look“ bleibt eine Interpretation – eine echte Summilux oder Noctilux Linse kann er nicht ersetzen. Auch wenn die Bilder super aussehen, es ist und bleibt ein per Software „optimiertes“ Bild.

Haptik: Nichts kann das Gefühl einer analogen Kamera ersetzen. Gerade die Wahl der Linse, des Films und des Motivs bleiben der Kern echter und guter Fotografie. Filme und das Entwickeln sind teuer, daher nimmt man sich einfach mehr Zeit und „knipst“ nicht vor sich hin.

 

Fazit

Die Leica LUX App ersetzt keine Leica. Aber sie eröffnet eine spannende Möglichkeit, unterwegs mit wenig Gepäck visuell zu experimentieren – und Bilder zu erschaffen, die mehr Charakter haben als das, was viele Standard-Apps bieten.

Für mich war es eine befreiende Erfahrung: Die Kamera zu Hause zu lassen und trotzdem mit Leica im Herzen unterwegs zu sein.

Zudem war ich wirklich überrascht wie gut die Bilder, bei korrekter Anwendung der App, doch werden. Daher werde ich bei größeren Reisen immer wieder auf das monatliche Abo zurückgreifen und immer wieder gerne mit der App fotografieren.

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